Im Sommer bietet der Naturpark "Stettiner Haff" geführte Wanderungen durch den Naturpark an. Auch auf der Halbinsel Altwarp werden solche Wanderungen durchgeführt. Sie beginnen am Hafen und dauern ca. 3 bis 4 Stunden, denn es sind etwa 8 km zurückzulegen. Eine Wanderung führt zunächst zu den Altwarper Binnendünen, vorbei am Ehrenfriehof und dann zum Kaulbarschberg. Von dort ging es weiter zum Torfhaus, dann zum Wacholdertal und wieder zurück nach Altwarp. Dabei weiß der Förster vieles über Wald und Natur zu erzählen.
Zunächst einmal zu den Binnendünen: Auf der Schautafel erfahren wir Interessantes über ihre Entstehung. Hier im Bereich der unbewaldeten Binnendüne hat sich eine bemerkenswerte Fauna und Flora entwickelt. Schon oft waren hier Biologiestudenten zur Untersuchung der Lebensräume seltener Insekten. Aufmerksame Wanderer finden allerlei Getier.
Auch für Kinder gibt es viel zu entdecken. Ob es der "schimpfende" Tintenkäfer oder eine durch das Gras huschende Eidechse ist, langweilig wird es nicht.Auf der höchsten Erhebung der Dünen, auf dem Beckersberg, gibt es einen Aussichtspunkt, den wir erreichen wollen. Leider ist die Sicht über Altwarp, Neuwarp und den Neuwarper See etwas eingeschränkt. Vielleicht kann hier die Naturparkverwaltung ein paar Bäume fällen lassen.
Weiter über den Höhenzug, vorbei an der Hagenshöh gelangen wir talwärts zum Ehrenfriedhof. Auf der Hagenshöh soll zu Beginn der dreißiger Jahre der bekannte Jagdschriftsteller Egon Freiherr von Kapherr seinen Altersruhesitz gefunden haben. Aber jetzt zeugen nur noch ein paar Mauerreste und verwilderte Fliederbüsche vom ehemaligen Haus.
Das nächste Ziel ist der Kaulbarschberg, ca. 3,5 Km in südliche Richtung. Links und rechts des Wegrands findet man Krüppeleichen und Kiefern, aber auch die seltene Wildbirne, Brombeeren und Schlehensträucher säumen den Weg. Der Kaulbarschberg erhebt sich nur 14,8 m über das Haff. Hier wird man aber mit einer herrlichen Aussicht auf Neuwarp und den Neuwarper See belohnt. In der Ferne ist der Riether Werder, ein Vogelschutzgebiet zu erkennen.
Der weitere Weg führt uns ein Stück zurück, vorbei an Jagdkanzeln und Hochsitzen über einen Wildacker auf die Südstraße und weiter zum Torfhaus. Im ehemaligen Torfstich hat sich eine üppige Flora entwickelt. Auf der großen, teils sumpfigen Wiese sind Kraniche zu Hause. Hoch über den Bäumen kreisen die flügge gewordenen Seeadler.
Von hier zum Wacholdertal sind es nur 30 Minuten zu Fuß. Der Weg führt westlich über die Südstraße, vorbei am 25,5 m hohen Moritzberg direkt in das Wacholdertal. Kurz vor Erreichen unseres Zieles passieren wir den Waldlehrpfad "Altwarper Forst". Hier wird am Holzzuwachs und Nutzung das Prinzip der nachhaltigen Waldwirtschaft deutlich gemacht, wie es durch die Forstwirtschaft praktiziert wird. Eine Lehrtafel gibt darüber Auskunft.
Interessant sind die vielen Burgen der Roten Waldameise die man häufig antrifft. Wenn man Glück hat findet man auch mal eine "Spechtschmiede".
In der Lebensgemeinschaft Wald nimmt die Rote Waldameise eine Schlüsselstellung ein, weil die Ameisen als Raubinsekten Pflanzenfressende Schmetterlings- und Blattwespenarten verfolgen, die bei Massenvermehrung im Wald Sorgen bereiten können. Dazu gehören etwa Kiefernspanner, Nonne, Kiefernspinner, Kiefernbuschhornblattwespe, Eichenwickler und Forstspanner.
Weitere Bedeutung für den Naturhaushalt:
Welche Schutzmaßnahmen:
Die Roten Waldameisen stehen seit über 200 Jahren unter Naturschutz. Heute zählen sämtliche hügelbauenden Waldameisenarten zu den besonders geschützten Tieren. Für jeden Waldbesucher gilt:
Das Ameisennest besteht nämlich aus einem überirdischen und einem unterirdischen Nestteil. Häufig ist in der Mitte ein alter Holzstubben. Die Verwendung von Düngern und Insektiziden im Einzugsbereich der Burgen muss vermieden werden. Des weiteren finden auch Rettungsumsiedlungen statt. Wenn ein Nesthügel etwa infolge von Wegbau, Waldumwandlung oder Kahlhieb nicht an seinem bisherigen Standort bleiben kann, werden Rettungsumsiedlungen durchgeführt.
Wann werden Schutzgitter aufgebaut?:
Außerdem ist die Grundlage aller Schutzmaßnahmen die Erfassung der Nesthügel, der Ameisenarten sowie Zustand und Dimension der Burgen, um überhaupt feststellen zu können wo Hilfe gebraucht wird.
Wußten Sie schon?:
Quellen:
Haus des Waldes in Gräbendorf,
Brockhaus multimedial 2000,
Encarta Enzyklopädie 2001
Am Wacholdertal treffen wir auf einen schattigen rustikalen Rastplatz, der von Forstleuten angelegt wurde. Er ist wie geschaffen für eine ausgiebige Rast. Dem Wacholdertal geben eine ungewöhnliche Häufung von Wacholderbüschen seinen Namen. Aber auch Wildäpfel und Wildbirnen, gemischt mit anderen Laubhölzern bereichern den sonst öden Kiefernwald.
Auf der gegenüber liegenden Talseite ist noch der Aufstieg zum Höhenzug der Binnendüne durch den Kiefernhochwald zu erklimmen. Auch hier eine faszinierende Mischung von Kiefern und Wacholderbüschen. Schließlich treffen wir wieder auf die Südstraße und Altwarp ist bald erreicht. Wer jetzt so richtig Appetit auf ein Fischgericht hat, ist dann in einer der Altwarper Gaststätte oder am Hafen willkommen.