"Der mühsame Weg zu neuen Ufern" - unter dieser Überschrift brachte der Nordkurier am 08. August 2006 einen Bericht, der die Altwarper Situation nicht besser beurteilen kann.
Altwarp, ein idyllisches Fischerdörfchen mit ca. 700 Einwohnern bietet vor allem Natur und Ruhe. Eine Studien über die Entwicklungsperspektiven unserer ländlichen Gemeinden im Rahmen der lokalen Agenta 21, in die Altwarp mit einbezogen ist, könnten in den nächsten Jahren der Ausweg sein. Der sich gerade entwickelnde Tourismus soll in diesem Rahmen gefördert werden, weg vom Klischee: "Waldmeer, Sandmeer, Nichtsmehr!"
So der Hafen noch im Frühjahr 2004. Bis heute, 2012, hat sich nur Weniges geändert.
Einen weitläufigen Bekanntheitsgrad erfuhr Altwarp in den neunziger Jahren durch die "Butterschifffahrt" ins benachbarte Polen. Millionen Besucher passierten die Grenzkontrollen, um zollfreie Ware billig einzukaufen. Dabei floß auch Geld in die Infrastruktur. Altwarp mauserte sich. Viele Menschen hatten im und um den Hafen einen Arbeitsplatz.
Urplötzlich, mit Beitritt Polens zur EU, war alles vorbei. Gewerbetreibende mit ihren Verkaufs-ständen und Kioske sowie Arbeitsplätze ver-schwanden. Zwar fährt noch ein Schiff, die "Adler 10", im Pendelverkehr nach Neuwarp und bietet ausgewählte Waren billiger als in Deutschland an. Auch ist die Fischverkaufsstelle der Fischerei-genossenschaft stundenweise geöffnet, aber der Boom ist vorbei.
Nun gilt es, Auswege aus der jetztigen Situation zu finden. In der Leitbilddiskussion im Rahmen der lokalen Agenda 21 geht es um die Zukunft der Gemeinde und ihrer Bürger. Altwarp hat Chancen als Ort zu bestehen und diese Chancen gilt es wahrzunehmen und Wege ihrer Nutzung zu finden. Die Agenda 21 Bewegung baut auf Bürgerbeteiligung und Berücksichtigung vieler Belange der Ortsentwicklung.
Altwarp, das Fischerdorf in den Dünen,
besitzt als Küstenort in Mecklenburg-Vorpommern die Möglichkeit und das Potential sich als "Staatlich anerkannter Erholungsort" zu entwickeln. Die Agenda soll dazu beitragen.
Aber es geht nicht nur um Tourismus. Die Bürger wollen einen Ort, in dem sie sich wohlfühlen und wo es sich lohnt zu leben.
Mit der Erarbeitung des Leitbildes wurde bereits 2005 begonnen und am 10.11.2005 wurden die Ergebnisse aller Arbeitsgruppen während einer Veranstaltung vorgestellt. Für den Gestaltungsprozess werden vielfältige Verbündete und Akteure gesucht. Auch könnte die Regional- und Landespolitik anhand des Leitbildes vom Entwicklungsziel und der Umsetzung überzeugt werden.
Hier wird versucht, den Entwicklungsstand der einzelnen Punkten zu skizzieren. Bescheidene Anfänge sind vorhanden. Schalmeienkapelle, Heimatstube und Liederkreis existieren bereits. Das Bündel der Einzelmaßnahmen wird sich aber nur durch eine aktive Beteiligung vieler Altwarper Bürger realisieren lassen. Wünschenswert wäre wieder ein Dorfclub, der unter Mitwirkung vieler ehrenamtlicher und freiwilliger Mitglieder etwas auf die Beine stellt. Denn schon vor 1989 machte Altwarp durch beachtliche kulturelle Höhepunkte auf sich aufmerksam.
Während einer Auftaktveranstaltung wurde eine Stärken/Schwächenanalyse erarbeitet, deren Bedeutung aus Sicht der Bürger Unterstützung findet.
Gesamte Leitbilddokumentation:(PDF-Dokument, 3,5 MByte),
Inhaltliche Schwerpunkte der Agenda 21!
Wohlgemerkt!- Auch die Agenda ist "Geschichte". Wenn es nur ein Projekt war, Möglichkeiten für touristische Ansätze hat sie aufgezeigt. Was ist geblieben? Ein Fremdenverkehrsverein, der mit ein paar Mitgliedern, ehrenamtlich betrieben ein Dasein fristet. Ein Caravanplatz, den die Gemeinde betreibt erfreut sich großer Beliebtheit, wie die Besucherzahlen zeigen. Altwarp feierte 1911 sein xxx. Jubiläum.
Die Altwarper werkeln und bauen, verschönern ihr Anwesen. Einige vermieten Ferienwohnungen oder Bungalows in der Saison. Die Auslastung zeigt: Altwarp ist ein beliebter Urlaubsort. Die Ruhe, abseits vom Großstadtlärm und Hektik, so scheints, sind der Grund Altwarp zu bevorzugen.